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Flagge Bolivien

Fläche: ca. 1,1 Mio. km2 (Deutschland: ca. 357 000 km2)

Einwohner: ca. 7,4 Mio. (Deutschland: 81,6 Mio.)

Einwohner je km2: 7 (Deutschland: 228)

Hauptstadt: Sucre; Regierungssitz ist La Paz

Amtssprachen: Spanisch, Quechua und Aymara

Währung: Boliviano (Bs)

Zeit: MEZ -5 Std.; MESZ -6 Std.

Geographie: Bolivien ist ein Binnenland, verfügt also über keine Küsten. Bolivien teilt sich in drei Landschaftsräume: Der Altiplano, eine Hochebene auf durchschnittlich 3.800 m, ist über weite Teile fast menschenleer. Das mineralienreiche Bergland erreicht in den Gipfeln der Königskordillere Höhen um 6.500 m. Das Tiefland stellt 2/3 der Landesfläche und schließt sich in seinem nördlichen Teil an den peruanischen und brasilianischen Regenwald an. Nach Süden wird die Landschaft immer karger.

Landkarte

Geschichte: Bolivien ist seit ca. 20.000 Jahren von Menschen besiedelt. 1533 wurde Bolivien von den Spaniern erobert, 1825 folgte die Unabhängigkeit. Nach zahlreichen, oft nur Monate währenden Militärregierungen hat sich die innenpolitische Lage seit Mitte der 80er Jahre stabilisiert.

Wirtschaft: Mit durchschnittlich 500 US-$ Jahreseinkommen zählt Bolivien zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas. Die meisten Bolivianer arbeiten in der Landwirtschaft (40%). Hauptexportzweig ist der Bergbau - ausgeführt werden vor allem Silber, Kupfer, Zink und Blei. Bis zu ¼ des Bruttosozialproduktes wird jedoch durch die illegale Kokaindustrie erwirtschaftet. Die Auslandsschulden von Bolivien belaufen sich auf rund 5,3 Mrd. US-$, die Arbeitslosenquote beträgt 19%. Ebenfalls kritisch sind die extrem ungleichen Besitz- und Einkommensverhältnisse: Die Schere zwischen lebensbedrohender Armut und unvorstellbarem Reichtum könnte kaum weiter auseinander klaffen.

Bevölkerung: Gut die Hälfte der Einwohner zählt sich zu indianischen Gruppen, 1/3 zu den Mestizen, ¼ sind Weiße oder Kreolen. Die Lebenserwartung beträgt durchschnittlich 60 Jahre, Bolivien liegt damit weltweit am unteren Ende der Skala. Jedes zehnte Kind stirbt bereits im ersten Lebensjahr. 60% aller Bolivianer leben in Städten. Bolivien hat aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums von jährlich 2,5% sehr junge Einwohner: 42% sind jünger als 15 Jahre. Nur die Hälfte der Bevölkerung spricht Spanisch. 92,5% bezeichnen sich als römisch-katholisch (Staatsreligion), knapp ein Prozent sind Protestanten. Offiziell sind 17% der Bolivianer Analphabeten, tatsächlich dürften es jedoch weit mehr sein. Die Situation ist geprägt von extremem Lehrermangel, früher Kinderarbeit und fehlenden Unterrichtsmaterialien.

Flora & Fauna: Während im kargen Altiplano nur wenige, gut angepasste Tiere wie Lamas und Flamingos überleben können, ist die Artenvielfalt im nördlichen Tiefland, in den tropischen Tälern und an den Ostabhängen der Anden schier grenzenlos.

Klima: Trotz der Nähe zum Äquator herrscht nur in 1/3 Boliviens tropisches Klima. Im Altiplano überwiegen trockene und gemäßigte, in den Anden subpolare Bedingungen. Die Niederschläge nehmen von Norden (2.000 mm) nach Süden (600 mm) stark ab.